Johann (Hans)
Wurzelbauer

Erzgießer, Rotschmied

geb. Nürnberg, 24. Jun 1595

gest. Nürnberg, 23. Jan 1656

Grab Nr. 129 auf dem Johannisfriedhof.

Sohn des Benedikt. ∞ I) N. N.; II) Dorothea Lochner (* 1624 – † 1682). Schüler seines Vaters. 1621 wurde er Meister als Leuchtermacher, 1644 Geschworener, 1630-56 Genannter. Er führte die Werkstatt seines Vaters weiter. 1636 erwarb er vom Rat der Stadt Nürnberg um 1350 fl. die ehemalige städtische Schmelzhütte am Schießgraben (Untere Talgasse 2-4/Auf dem Sand). 1618 soll er für König Sigismund von Polen vier große metallene Säulen und verschiedene Bilder gegossen haben, die zusammen 4000 Taler kosteten. 1622 erhielt Wurzelbauer vom Nürnberger Rat 227½ fl. für eine Verlängerung des Fuggergitters im großen Rathaussaal. Zeitweise hatte er mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten infolge des 30jährigen Krieges (1618-48) zu kämpfen. 1636 reiste Wurzelbauer nach Regensburg, wo ihm Kaiser Ferdinand II. einen Auftrag für ein „besonderes Werk“ erteilte, der jedoch wegen des frühen Todes des Kaisers nicht ausgeführt wurde. Nach Doppelmayr lieferte er 1653 einen großen Kronleuchter im Wert von 6000 Talern nach Moskau. Ein Großteil der für hochrangige auswärtige Besteller gelieferten Arbeiten ist verloren gegangen. Seine Witwe heiratete Johann Philipp Kob, Messinghändler.

Werke: NÜRNBERG, Sebalduskirche: Kruzifix, 1625; –, Johannisfriedhof: Epitaph der Schuhknechte auf Grab A 1b; –, Grabmal für General Claus Hastver, 1634, ehemals in der Dominikanerkirche (nicht erhalten, Modell von Hans von der Pütt im GNM).


MuS: NÜRNBERG, GNM. WÜRZBURG, Mainfränk. Mus.: Chorpult, 1644 (ehemals Dom).

Lit.: Thieme-Becker; Doppelmayr, 1730; Trechsel, 1735; Roth, 1802; Lockner Nr. 662; Barock, 1962, S. 116; Maué, 1997, S. 72-74; Kohn, NHb Sebald.

(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)




Stil: Barock

Zeit: 17. Jh.