Johann Michael
Rößler

Kupferstecher

get. Nürnberg, 28. Mrz 1703

gest. Kopenhagen, 21. Okt 1777

Sohn des Jeremias, Kürschner und Händler. ∞ 15.1.1727 Susanna Catharina (get. 13.3.1703), Tochter des Johann Strobel, Kaufmann, bis 1738 sieben Kinder in Nbg. getauft, die Paten waren vorwiegend Nürnberger Künstler und Sammler. Seine Ausbildung liegt im Dunkeln. 1727-56 war er als Kupferstecher im Ämterbüchlein eingetragen, 1757 gestrichen, 1748 mit dem Vermerk „verreist“. Er stach Prospekte, Bildnisse und Portraits, auch mythologische Darstellungen. 1742 hielt er sich in Frankfurt/Main auf, um Illustrationen für das Krönungsdiarium Kaiser Karls VII. zu stechen. 1752 war er erneut in Frankfurt und arbeitete dort u.a. an einem Auftrag des Göttinger Naturforschers Albrecht von Haller. 1755 wurde er vom Direktor des Königlichen botanischen Gartens, Georg Christian Oeder, nach Kopenhagen berufen, am 11.2.1755 unterschrieb er den Vertrag. Er verließ Nürnberg mit seinem Sohn Martin, der als Zeichner eingestellt wurde. Die Reisespesen erhielt er vorab durch Johann Justin Preißler ausbezahlt. In Kopenhagen stach er die botanischen Zeichnungen Martins und anderer Künstler für Oeders „Flora Danica“; neben einem jährlichen Fixum von 150 Reichstalern erhielt er 12 Taler pro gestochene Platte. Panzer verzeichnete ca. 14 Portraitstiche Nürnberger Bürger mit seiner Signatur, für einige Stiche fertigte er auch die Vorlagen.

Werke: Verz. seiner Nürnberger Portraitstiche s. Panzer, 1790, S. 5, 9, 19, 20, 21, 24, 75, 98, 106, 175, 201, 231, 258, Forts. I, S. 6; Kpst. mit Nürnberg-Bezug s. C. G. Müller, 1791, S. 87, 88, 149, 150, 151, 159, 189, 190; Verz. seiner naturgeschichtl. Arbeiten s. Ludwig, 1998, S. 373f..

MuS: NÜRNBERG, MStN: Kupferstiche. –, GNM.

Lit.: Thieme-Becker; Nagler, KL; Füßli, KL; Weilbach KL; Zahns Jb. I, 1868; Bosl; Philippovich, in: MVGN 49, 1959.

Ausst.: 1906/2; 2001/6, S. 72f.


(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)

Stil: Barock