Bartholomäus
Wittig

Maler, Zeichner

geb. wohl Breslau, 1613/14

begr. Nürnberg, 24. Mrz 1684

Sohn des Noah, Kaufmann in Oels, blieb unverheiratet. 1629-34 Ausbildung bei Michael Duquesne in Breslau, danach Studienreisen nach Holland und Italien. Er trug sich in das Stammbuch des Malers Ruprecht Hauer ein mit der Angabe, dass er in Rom Mitglied der Bentvueghels gewesen war und den Spitznamen „Haußmaus“ bekommen hatte.

Seit 1642 in Nürnberg nachweisbar, in diesem Jahr entstand das Gemälde „Die Jünger raufen am Sabbat Ähren aus“, das sich heute in der Johanniskirche befindet. 1647 hatte Wittig Streit mit dem Nürnberger Malerhandwerk, wobei er dem Rat berichtete, dass er bisher nur kleine Kupfertafeln gemalt habe, die er meist nach Italien und die Niederlande verkaufte und damit den einheimischen Malern nicht schade. 1648 erhielt er zwei weitere Jahre Stadtschutz und die Erlaubnis, seiner Kunst nachzugehen. 1654 fiel dem Rat auf, dass sich Wittig seit geraumer Zeit in Nürnberg aufhielt, viel Geld verdiente, aber weder Losung noch Schutzgeld bezahlte. Man stellte ihm anheim, das Bürgerrecht zu beantragen, das er jedoch nie erwarb. 1660 versuchten die Maler erneut, Wittig der Malerordnung zu unterwerfen. Mit Rv. vom 2.3.1660 entschied der Rat, ihn der Malerordnung zu entheben, das Probestück und das Leichentragen zu erlassen, jedoch sollte er einen gewissen Betrag in die Malerlade bezahlen.

1665 lobte der Sekretär des dänischen Königs, Hermann Uhlich, die Qualität der Malerei Wittichs, die zu vernünftigen Preisen zu bekommen sei. Die Bildthemen waren breit gefächert: Wittich malte religiöse und allegorische Darstellungen, Historienbilder und Genreszenen, Blumen und Nachtstücke. Panzer verzeichnete das Bildnis des Hieronymus Widmann, das als Stichvorlage verwendet wurde. Sein bekanntestes Gemälde entstand 1649 und zeigt das Volksfest vor dem Nürnberger Rathaus während des Friedensmahls. Das Bild diente als Vorlage für einen Kupferstich von Johann Wilhelm Stör, nach einer Zeichnung von Georg Daniel >Heumann. Zuletzt wohnte Wittig am Zotenberg (Dötschmannsplatz).

Sein Bruder Caspar, der 1635 das Bürgerrecht erwarb, war Inhaber der Kugelapotheke in Nürnberg und mit Barbara, der Tochter Basilius Beslers verheiratet.

Lit.: Grieb, Nürnberger Künstlerlexikon

Stil: Barock