Jacob d.Ä.
Bulmann

Uhrmacher, Schlosser

gest. Nürnberg, Jul 1541

1497 erhielt er das Bürgerrecht, dabei als Uhrmacher bezeichnet. 1498 wurde er Meister bei den Schlossern; er war auch Kugelschmied. Verschiedene Uhr- und Spielwerke lieferte er an auswärtige Fürsten, darunter an Kaiser Karl V. und an dessen Bruder König Ferdinand. Mit Ratsbeschluss vom 20.4.1513 und 13.10.1513 wurde Bulmann erlaubt, vorübergehend zwei zusätzliche Gesellen außerhalb der Handwerksordnung zu beschäftigen, mit Beschluss vom 6.12.1523 wurden ihm erneut fünf und 1528 zwei zusätzliche Gesellen bewilligt. Auch 1517 und 1529 wurden Ausnahmen von der Handwerksordnung gemacht, was darauf hinweist, dass er größere Aufträge für hochstehende Personen zu erledigen hatte. Bulmann fertigte Schnellwaagen für große Lasten und Fuhrwerke, darunter 1503 zwei Heuwaagen, für die er 40 fl. erhielt. 1521 stellte er ein Exemplar in der Mehlwaage auf der Insel Schütt auf. 1518 beauftragte ihn Christoph Scheurl d. Ä. mit der Herstellung eines Truhenschlosses, das 25 fl. kostete. Bulmann wurde auch als Hersteller gehender Männer- und Frauenfiguren erwähnt, die Laute spielen oder auf die Pauke schlagen konnten. Am 23.10.1535 quittierte Bulmanns Frau Anna die Restzahlung für ein „gehend Jungfraubild“. Seit mindestens 1503 wohnte er „oberhalb S. Kathrinenn“ bzw. am Katharinengraben. Er war Gassenhauptmann; sein Nachbar war der Schlosser Jörg Heuß. 1534 verkaufte Bulmann das Haus Obere Schmiedgasse 20 um 250 fl. an seinen Sohn Melchior. Die Bulmannstraße wurde nach ihm benannt.


Stil: Spätgotik

Zeit: 16. Jh.