Otto
Schulz

Architekt

geb. Neusalz/Schlesien, 13. Mrz 1877

gest. Nürnberg, 27. Okt 1943

Baumeister zwischen Historismus und zaghafter Frühmoderne - seine Zuordnung zum Neubarock ist sicher einseitig. Schulz spezialisierte sich auf Kirchenbau, jedoch ist das ehemalige Warenhaus Tietz, Ludwigstraße 24, in Nürnberg als sein Hauptwerk anzusehen. Sein erstes Werk in Nürnberg ist die katholische Michaelskirche im Johannisviertel, ein bayerisch-neubarocker Bau, während die 4 Jahre später begonnene Kirche von Estenfeld reine Neogotik zeigt.

Die Ludwigskirche im Nürnberger Gibitzenhof ist ein Bau der modernisierten Neuromanik. Schulz beteiligte sich an der Instandsetzung von St. Sebald und St. Lorenz, bei letzterer war er sogar 15 Jahre bis zu seinem Tode Kirchenbaumeister.

Dr. Pablo de la Riestra

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Eintrag im Nürnberger Künstlerlexikon (Herausgegeben von Manfred H. Grieb):


Lehre im Bauhandwerk. 1895 Studium am Technikum in Strelitz, 1895/96 an der TH Braunschweig. Anschließend mehrjährige Tätigkeit bei städtischen und staatlichen Behörden in Würzburg und München. Ab 1900 war er in Nürnberg unter Joseph Schmitz an der Restaurierung der Sebalduskirche beteiligt. 1904 ließ er sich als selbständiger Architekt in Nürnberg nieder. 1904-28 übernahm er unter Joseph Schmitz die örtliche Bauleitung bei den Renovierungsarbeiten an der Lorenzkirche; 1928-43 war er dessen Nachfolger als Kirchenbaumeister an St. Lorenz. Schulz entfaltete eine ausgedehnte Tätigkeit im Kirchen- und Pfarrhausbau in Franken und in der Oberpfalz und widmete sich auch der Renovierung von mittelalterlichen Bauwerken. Daneben führte er Schul- und Wohnhausbauten aus. Er pflegte einen bodenständigen Baustil, der sich harmonisch an die Umgebung anpaßte. Als Nachfolger von Hermann Steindorff übernahm er ab 1908 auch eine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Nürnberg. Zunächst war er Verweser, seit 1909 Professor, seit 1920 o. Professor für Linearzeichnen, Projektionslehre, Schattenlehre und Architekturzeichnen. Um 1910/ 1913 war er in Nürnberg, Königstraße 79 ansässig, 1932 Novalisstraße 8. Vor 1928 erhielt er den Ehrenring des Bayer. Staatsministeriums. Er war Mitglied im BDA und im Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg.


Werke: 
NÜRNBERG, kath. Pfarrkirche St. Michael, 1908-10; Nbg.–Eibach: Kirche St. Willibald, 1910; –, Ludwigstraße 24: Kaufhaus Tietz (heute Wöhrl), 1911/12 (Fassade); –, Renovierung der Jakobskirche, 1914/15; –, Pfarrhaus St. Martha, vor 1916; –, Dallingerstraße: Pfarrhaus Herz-Jesu, vor 1916; –, Straßburger Straße, 1916: Franziskanerkloster; –, Straßburger Straße: Kirche St. Ludwig, 1923-26; Weitere Bauten u.a. in: ALLERSBERG; AUB; BREITENBACH; BURGEBRACH; EICHENBÜHL; ELBERSROTH; ESTENFELD; HEIDECK; HEIDINGSFELD; KIRCHRÖTTENBACH; KÜLSHEIM; MEDLITZ; MOGGAST; PEGNITZ; SCHWABACH, neubarocke Erweiterung der kath. Pfarrkirche St. Sebald, 1923–26. THALMÄSSING; WASSERTRÜDINGEN; WALTERSHAUSEN, Schulhaus, 1908. ZELL/Lkr. Roth: Neubau kath. Pfarrkirche St. Walburga mit alter Ausstattung, 1923.

Lit.: Thieme-Becker; Rösermüller; Georg Jacob Wolf: Otto Schulz, Kirchenbauten, Berlin u.a. 1929; Stadtlexikon 2000; Architektur Nürnberg, 2002; Masa, Freiplastiken, S. 157.

Ausst.: 1910/1; 1911/1; 1913/1; 1929/4; 1930/1; 1993/1 Abb. 170.


Zeit: 20. Jh., 19. Jh.