14. Jh. 20. Jh.
Nördlicher Gebäudeteil des Neuen Rathaus (1954 -1955) mit den Türmen von Sankt Sebald, Wolfscher Bau (1616-1622), Saalbau in gotischer Gestalt (1332-1340)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2018, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Saalbau, Inneres vor 1945 (Foto aus: Nürnberg, Friedrich Kriegbaum, DKV, 1937)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 1937,
14. Jh. 20. Jh.
Ostwand (Foto links:Nürnberg, Friedrich Kriegbaum, DKV, 1937 / Foto rechts: Bildarchiv der Altstadtfreunde Nürnberg)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto
14. Jh. 20. Jh.
Foto links: Bildarchiv der Altstadtfreunde Nürnberg (Strohmeier) / Foto rechts: Theo Noll, 2013
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Blick nach Osten
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Ostwand mit den Darstellungen: Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia)
Foto 2013, Theo Noll
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
14. Jh. 20. Jh.
Relief: Privilegienverleihung, sog. Norimberga und Brabantia (Foto aus: Nürnbergisch / Fränkische Bildkunst, Justus Bier, Bonn, 1922). Neuere Interpretation: Ludwig der Bayer verleiht Konrad Groß das Amt des Reichsschultheißen 1338
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus, Saalbau, Ostwand
Foto
14. Jh. 20. Jh.
Relief: Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron (Foto aus: Nürnbergisch / Fränkische Bildkunst, Justus Bier, Bonn, 1922)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus, Saalbau, Ostwand
Foto
14. Jh. 20. Jh.
Holztonne mit Deckenleuchter, Blickrichtung nach Osten
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2008, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Blick in Richtung Westen
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
seiltlicher Blick in Richtung Osten, vorderer Leuchter von Hans Wilhelm Beheim (1615)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
seitlicher Blick in Richtung Osten mit der leeren Nordwand
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
leere Nordwand // Detailansicht aus einem Gemälde von Lorenz Hess (1626) mit dem Triumphzug des Kaisers Maximilian I. (Abbildung: Museen der Stadt Nürnberg, Gemälde und Skulpturensammlung, Inv. Nr. Gm 0186)
Foto 2013, Theo Noll
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
14. Jh. 20. Jh.
leere Nordwand, westlich des Peter-Vischer-Gitters (hier befand sich die Abbildung einer Gerichtsszene, Verleumdung des Apelles)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Peter-Vischer-Gitter (Rekonstruktion durch die Altstadtfreunde Nürnberg) und westlicher Deckenleuchter (Entwurf: Friedrich Wanderer 1874)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Peter-Vischer-Gitter (Rekonstruktion durch die Altstadtfreunde Nürnberg) und leere Nordwand (östlich der Tür ehemals ein Abbildung der Ratsmusik, Pfeiferstuhl)
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
leere Nordwand, zwischen den Türen ehemals eine Abbildung der Ratsmusik, Pfeiferstuhl
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Detailansicht, grosse Tür mit gotischem Masswerk-Tympanon
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
leere Nordwand, östliche der großen Tür ehemals die Darstellung des Triumphwagens mit Kaiser Maximilian I. und der ersten zwei Pferdegespanne
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
leere Nordwand, östliche der Tür ehemals die Darstellung der vorderen vier Pferdegespanne des Triumphzuges
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
14. Jh. 20. Jh.
Inschrift oberhalb der Tür zur alten Ratsstube: "Eins manns red ist eine halbe red, Man soll die teyl verhören bed."
Der große Rathaussaal ist der bedeutendste Bauteil des Alten Rathauses. Zwischen 1332 und 1340 errichtet, stand er bis zum 17. Jh. mehrfach im Zentrum der Reichsgschichte. Mit seiner Länge von 40 und einer Scheitelhöhe von 12 m war er zur Zeit seiner Entstehung der größte Profanbau nördlich der Alpen. Ähnlich einmalig wird seine plastische Ausstattung gewesen sein, von der sich auf der Ostseite zwei ehem. farbig gefaßte Reliefs erhalten haben. Sie zeigen Kaiser Ludwig IV. auf dem Thron und eine Privilegienverleihung (sog. Norimberga und Brabantia). Um nach dem Tod Kaiser Maximilians I. Albrecht Dürer Flächen für Wandmalereien zur Verfügung stellen zu können, ließ der Rat 1520 die anderer Skulpturen des 14. Jh. abschlagen. Unter Dürers Leitung entstand ab 1521 im R. mit Wandgemälden, Glasmalereien, Vertäfelungen, einer Holztonne und Wandleuchtern ein Gesamtkunstwerk der Renaissance. Zugleich entwarf Dürer Außenmalereien, von denen Reste bis zur Mitte des 19. Jh. erkennbar blieben. Dürers Wandgemälde im R. zeigten auf der Nordwand eine Gerichtsszene (Verleumdung des Apelles), ein Abbild der Ratsmusik (Pfeiferstuhl) und Kaiser Maximilian I. auf dem Triumphwagen. 1613 und 1621 erneuerten und ergänzten Gabriel Weyer, Jobst Harrich, Paul Juvenel d.Ä. und Georg Gärtner d.J. Die Wandgemälde der Dürerzeit. Die umfassende Restaurierung des Saalinneren 1904/05 kam einer Neuausmalung gleich. Von der beweglichen Ausstattung blieb wenig erhalten: Ks.thron, Leuchter von Hans Wilhelm Beheim, Schwedischer Löwe. Das nach Dürers Tod im Westteil des Rathaussaals aufgestellte, ursprünglich für die Grablege der Fugger in Augsburg bestimmte Bronzegitter aus der Werkstatt der Ergießerfamilie Vischer war schon 1806 verkauft worden (vier Teile im Schloß Montrottier/Savoyen erhalten). 1649 fand im Rathaussaal das Frieddensmahl statt, das Joachim von Sandrart in einem Gemälde festhielt. Der Rathaussaal brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern nieder. Alle Wandbilder, auch unter jüngeren Schichten erhaltene Teile der Dürerschen Ausmalung, gingen verloren. 1956/58 erfolgte der äußere Wiederaufbau, dem sich ab 1980 die Wiederherstellung des Innern (vorerst unter Verzicht auf Wandgemälde) anschloß. Die Holztonne von 1521, die Vertäfelung und der Steinfußboden wurden rekonstruiert.
L: Mende, M., Das alte Rathaus. Baugeschichte und Ausstattung des großen Saales und der Ratsstube, Bd. 1, Nürnberg 1979. - Baur, C., Zur Rekonstruktion des großen N R., in: Jb. Der bayerischen Denkmalpflege 37 (1983), 73-93.
Matthias Mende
zittiert aus:
Stadtlexikon Nürnberg, Herausgeber, Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 1999
siehe auch:
- Deckenleuchter im Rathaussaal
- Entwurf für die Rathausfassade nördlich des Saalbaus (1615)
- https://www.altstadtfreunde-nuernberg.de/de/projekte/rathaussaal-und-reichskleinodien.html
Standort: Nürnberg, Altes Rathaus
Foto 2013, Theo Noll
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