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Medaille Martin Peller

Medaille Martin Peller Umschrift: MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Medaille Martin Peller

1593

Umschrift: MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.


Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:

Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:

1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.

Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.

Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.

Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt. 

Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.

Johannes Maußner 
(September, 2025)

__________

siehe auch:  

- Rechenpfennig / HAMAN MARDOCHE - ESTHER VI - DAS HAVS / HAMAN

- Medaille mit Abbildung des Valentin Maler 

Standort: GNM, Inventarnummer: MedK556

Dargestellt: Peller, Martin I

Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g

Foto

Medaille Martin Peller Bildvergleich mit einer Medaille aus der Maler-Werkstatt

Medaille Martin Peller

1593

Bildvergleich mit einer Medaille aus der Maler-Werkstatt


Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:

Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:

1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.

Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.

Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.

Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt. 

Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.

Johannes Maußner 
(September, 2025)

__________

siehe auch:  

- Rechenpfennig / HAMAN MARDOCHE - ESTHER VI - DAS HAVS / HAMAN

- Medaille mit Abbildung des Valentin Maler 

Standort: links: GNM, Inventarnummer: MedK556 / rechts: Staatliche Münzsammlung München

Dargestellt: Peller, Martin I

Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g

Foto Nicolai Kästner

Medaille Martin Peller Rückseite

Medaille Martin Peller

1593

Rückseite


Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:

Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:

1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.

Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.

Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.

Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt. 

Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.

Johannes Maußner 
(September, 2025)

__________

siehe auch:  

- Rechenpfennig / HAMAN MARDOCHE - ESTHER VI - DAS HAVS / HAMAN

- Medaille mit Abbildung des Valentin Maler 

Standort: GNM, Inventarnummer: MedK556

Dargestellt: Peller, Martin I

Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g

Foto

Medaille Martin Peller Pellerhaus / Darstellung mit Sankt Martin und Bettler

Medaille Martin Peller

1593

Pellerhaus / Darstellung mit Sankt Martin und Bettler


Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:

Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:

1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.

Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.

Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.

Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt. 

Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.

Johannes Maußner 
(September, 2025)

__________

siehe auch:  

- Rechenpfennig / HAMAN MARDOCHE - ESTHER VI - DAS HAVS / HAMAN

- Medaille mit Abbildung des Valentin Maler 

Standort: GNM, Inventarnummer: MedK556

Dargestellt: Peller, Martin I

Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g

Foto Traugott Schulz

Medaille Martin Peller Darstellung mit Sankt Martin und Bettler an der Pellerhausfassade

Medaille Martin Peller

1593

Darstellung mit Sankt Martin und Bettler an der Pellerhausfassade


Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:

Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:

1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.

Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.

Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.

Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt. 

Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.

Johannes Maußner 
(September, 2025)

__________

siehe auch:  

- Rechenpfennig / HAMAN MARDOCHE - ESTHER VI - DAS HAVS / HAMAN

- Medaille mit Abbildung des Valentin Maler 

Standort: GNM, Inventarnummer: MedK556

Dargestellt: Peller, Martin I

Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g

Foto Traugott Schulz

Medaille Martin Peller Vergleichsbild: Medaille und Darstellung am Pellerhaus

Medaille Martin Peller

1593

Vergleichsbild: Medaille und Darstellung am Pellerhaus


Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:

Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:

1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.

Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.

Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.

Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt. 

Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.

Johannes Maußner 
(September, 2025)

__________

siehe auch:  

- Rechenpfennig / HAMAN MARDOCHE - ESTHER VI - DAS HAVS / HAMAN

- Medaille mit Abbildung des Valentin Maler 

Standort: GNM, Inventarnummer: MedK556

Dargestellt: Peller, Martin I

Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g

Foto

Medaille Martin Peller Vergleichsbild: oben links Peller-Medaille / unten Münze von Krauwinckel

Medaille Martin Peller

1593

Vergleichsbild: oben links Peller-Medaille / unten Münze von Krauwinckel


Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Vollwappen der Familie Peller mit der Umschrift MARTINVS PEL LER . A°. MDXCIII.

Die Rückseite zeigt den Heiligen Martin zu Pferd gemeinsam mit einem nackten Bettler im Moment der Mantelteilung. Die dazu gehörige Umschrift lautet: SANCTVS MARTINVS. TOB:4.
Unter einer waagrechten Trennlinie wird aus dem Buch Tobit 4, Vers 16 zitiert:
BEDECKE DIE NAC=KETEN MIT DEI=NEN KLEID:

Die Medaille selbst verschränkt verschiedene Bedeutungsebenen in sich:

1. Der Heilige Martin als Namenspatron von Martin Peller.
2. Der Heilige Martin zerteilt seinen Umhang, resp ein Stück Stoff, ein Hinweis auf Martin Pellers Handelsware Tuch.
3. Das Buch Tobit aus dem zitiert wird (inhaltlich wäre Matthäus 25,36 genauso passend gewesen): Es erzählt die Geschichte des Heiligen Tobias, dem Schutzheiligen der Kaufleute und verweist damit auf Pellers Beruf als Kaufmann. In dieses Bild fügt sich ein, dass Peller seinen zweiten Sohn Tobias nannte.
4. Das „Einkleiden der Nackten“ als eines der Sieben Werke der Barmherzigkeit.

Die Entscheidung auf der Medaille den Namensheiligen abzubilden anstelle des eigene Porträts, mag der katholischen Herkunft Pellers geschuldet sein, ermöglicht ihm aber vor allem seinen Vornamen Martin mit den Themen Tuch, Kaufmann und Barmherzigkeit zu verknüpfen. Martin Peller inszeniert sich mit dieser Medaille als barmherziger Tuchhändler. Die Medaille ist damit geronnenes Selbstverständnis und Marketingkern seines Unternehmens in einem. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass sich diese Martins-Darstellung auch an der Fassade des Pellerhauses in Form eines Sandsteinreliefs wiederholt. Dabei wird die Darstellung der Medaille bis in die kleinsten Details zitiert (z.B.: geknoteter Schweif, Brustgeschirr, Hinterzier, Schwertscheide auf der Flanke des Pferdes). Auch im Epitaph des Martin Peller taucht das Bildthema wieder auf, allerdings dort in veränderter Komposition.

Anlass der Prägung:
Die Medaille datiert auf 1593. Am 18.11.1593 wird Pellers erster Sohn Martin Christoph geboren, der bereits elf Tage später am 29.11.1593 wieder stirbt. Möglicherweise ist die Medaille in Erwartung des ersten Kindes entstanden.

Stilistische Einordnung:
Die Ausarbeitung der Helmdecke des Wappen ist nahezu identisch mit einer Medaille der Maler-Werkstatt. 

Die Darstellung des Pferdes zeigt Parallelen (Hintergeschirr, Satteldecke, geknoteter Schweif, Ausarbeitung der Vorderbeine) zu einem Rechenpfennig von Hans II. Krauwinckel. Auch die blockartige Auffassung des Oberkörpers von Haman erinnert an die Darstellung des Bettlers.

Johannes Maußner 
(September, 2025)

__________

siehe auch:  

- Rechenpfennig / HAMAN MARDOCHE - ESTHER VI - DAS HAVS / HAMAN

- Medaille mit Abbildung des Valentin Maler 

Standort: oben links: GNM, Inventarnummer: MedK556 / unten: Hollandia Numismatics

Dargestellt: Peller, Martin I

Material: Silber, geprägt // Maße: 33 mm // Gewicht: 14,23 g

Foto Hollandia Numismatics

Martin I
Peller

Weitere Werke

Epitaph des Martin Peller (gest. 1629) und Ehefrau Maria Viatis (gest. 1641)
Epitaph des Martin Peller (gest. 1629) und Ehefrau Maria Viatis (gest. 1641)
Medaille Martin Peller
Medaille Martin Peller
Pellerhaus
Pellerhaus
Decke des Schönen Zimmers
Decke des Schönen Zimmers
Giebelbekrönung mit Zeus am Pellerhaus
Giebelbekrönung mit Zeus am Pellerhaus
Der plastische Schmuck des Pellerhauses
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Treppentyp / Pellerhaus
Treppentyp / Pellerhaus
Ofenvergitterung im Schönen Zimmer
Ofenvergitterung im Schönen Zimmer
Kamintür im ersten Stockwerk
Kamintür im ersten Stockwerk
Kamintür im ersten Stockwerk
Kamintür im ersten Stockwerk
Kamintür im zweiten Stockwerk
Kamintür im zweiten Stockwerk
Kamintür im zweiten Stockwerk
Kamintür im zweiten Stockwerk
ehem. Stadtbibliothek / ehem. Pellerhaus
ehem. Stadtbibliothek / ehem. Pellerhaus

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