get. Nürnberg, 26. Mai 1561
begr. Nürnberg, 28. Jun 1614
ehemals Grab Nr. 1490 auf dem Johannisfriedhof, Epitaph dat. 1606, nicht erhalten.
Sohn des Fritz Friedrich, Ratsherr. ∞ 28.4.1584 Sabina (* 21.2.1565 – † 19.1.1633), Tochter des Christoph III. Scheurl, fünf Söhne, sieben Töchter. 1575 Studium in Altdorf, 1578 in Ingolstadt, 1579 in Bologna. Bildungsreise nach Rom, Florenz, Augsburg und Venedig. 1584-1614 Genannter, 1584-89 Amtmann des Sebalder Waldes, 1589 Ratsherr. Ab 1598 bis zu seinem Tod hatte er das Amt des Stadtbaumeisters inne, das oberste Verwaltungsamt der Baubehörde, das im allgemeinen keine Architektentätigkeit beinhaltete. Stromer scheint jedoch auch planerisch tätig gewesen zu sein. Die unter ihm beschäftigten Bau- und Werkmeister brachten eine ganze Reihe hervorragender Bauten hervor. Dazu zählten die Fertigstellung des Torhauses am Zeughaus, das Baumeisterhaus, die Wöhrder Torbastei, der Neubau der Fleischbrücke (1597/98), der ABC-Brücke (Karlsbrücke), auch die Erneuerung und Instandsetzung der 18 Brücken über die Pegnitz nach den Hochwassern von 1595 und 1602. Er legte eine Sammlung architektonischer Entwürfe und Zeichnungen an, das sog. Stromersche Baumeisterbuch. Diese Zeichnungen stammen nicht von ihm, es sind jedoch Pläne und Zeichnungen von ihm überliefert. Sein um 1613/14 von Paul Juvenell d. Ä. gemaltes Bildnis befindet sich auf Schloß Grünsberg b. Altdorf, nach dem Andreas Khol das bei Panzer verzeichnete Portrait stach. Es gibt einige auf ihn geprägte Medaillen. Sein Stammbuch mit 59 Eintragungen aus den Jahren 1578-90 befindet sich in der Stromerschen Familienstiftung auf Schloß Grünsberg.
MuS: NÜRNBERG, StadtA. –, GNM: Baumeisterbuch des Wolf Jakob Stromer.
Lit.: Biedermann, 1748 Taf. CCCCLXIX; Thieme-Becker; Trechsel, 1735; Imhoff II, 1782, S. 508; Sporhan-Krempel, in: MVGN 51, 1962; Goldmann, Stammbücher 1981 Nr. 1476; Tiggesbäumker, 1988; Zahn, DI-N Nr. 2872; StadtAN, GSI 152; Stadtlexikon 2000.
Ausst.: 1986/4.
(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)
Stil: Renaissance, Spätrenaissance