Valentin
Maler

Goldschmied, Medailleur, Silberarbeiter, Wachsbossierer

geb. Iglau/Mähren, 1540

begr. Nürnberg, 01. Sep 1603

* um 1540 Iglau/Mähren – begr. 1. 9. 1603 Nürnberg, ehemals Grab auf dem Johannisfriedhof. Bruder des →Wenzel. ∞ 2.11.1569 Maria (get. 29.12.1545 – begr. 9.6.1616), Tochter des Wenzel →Jamnitzer; fünf Söhne, darunter →Christian, zwei Töchter. Durch seine Frau war er mit den Goldschmieden Hans →Straub und Martin →Holweck verschwägert, die ebenfalls mit Jamnitzer-Töchtern verheiratet waren. Um 1567 kam Maler nach Nürnberg, wo er zunächst wohl auch für Wenzel Jamnitzer arbeitete, mit dessen Tochter er am 12.2.1569 einen Ehekontrakt abschloß. Ohne die üblichen Gesellenjahre durfte er trotz des Protests der Geschworenen am 29.11.1569 die Meisterprüfung ablegen und wurde am 15.12.1571 als Meister vereidigt. Das Meistergeld wurde ihm „Wenzel Jamnitzer zu Ehren“ erlassen. Im selben Jahr wurde ihm das Bürgerrecht geschenkt. 1570 wurde er für die Herstellung von Stempeleisen für Goldgulden mit 16 fl. bezahlt, die der Nürnberger Rat Kaiser Maximilian II. zu dessen Besuch in der Stadt verehren wollte. Die von ihm gefertigten und datierten Medaillen für auswärtige Auftraggeber lassen auf entsprechende Reisen schließen: 1571 in Prag, 1572 am Hof Herzog Wilhelms in München. 1574/75 folgte er einem Ruf nach Dresden, 1582 schuf er Medaillen für den Breslauer Bischof Martin Gerstmann und den Breslauer Ratsherrn Friedrich Schmid. 1582/83 ist seine Anwesenheit in Stuttgart belegt, wo er für Herzog Ludwig verschiedene Aufträge ausführte, dazu richtete er auch ein Prägewerk ein, für das er 276 fl. Lohn und 50 fl. Gratifikation bekam. 1583/84 war er längere Zeit in Augsburg, wo er trotz der Konkurrenz der einheimischen Meister und vor allem von Balduin Drentwett viele Aufträge dortiger Persönlichkeiten erhielt. Mitte der 1570er Jahre fertigte er Medaillen für Bischof Julius Echter und einige Würzburger Domherren. In der Hauptsache waren es jedoch Nürnberger Patrizier und Bürger, für die er sehr viele Arbeiten ausführte. Seine Nürnberger Portraitmedaillen umfassen den Zeitraum von 1567 bis 1593, die erste Medaille mit einer Stadtansicht von Nürnberg datiert von 1585. Neben Portraitstücken fertigte er auch Darstellungen mit religiösen, historisch-politischen und anderen Inhalten. In den frühen Jahren dominierten die Wachsbossierungen, in den späteren Jahren traten die Stempelschnitte immer stärker in den Vordergrund. Am 22.5.1588 erhielt er von Kaiser Rudolf II. ein Privileg auf 25 Jahre für Präge- und Gußmedaillen zum Schutz seiner Arbeiten vor Nachahmung. 1589 bewarb sich Maler um das Amt des Nürnberger Münzmeisters, was vom Rat abgelehnt wurde. Dagegen erhielt er mit Rv. vom 15.12.1600 die Erlaubnis, für Julius Echter, Bischof von Würzburg, ein Druckwerk (wohl ein Walzenprägewerk) anzufertigen und zur Probe 200 fl., 200 Taler und 200 Guldengroschen zu prägen. 1583-1600 fertigte er Prämienmedaillen für die Universität Altdorf, die jährlich in vier Klassen an die Schüler verliehen wurden. 1586-89 bildete er Nikolaus →Schwabe aus, wofür er 300 fl. Lehrgeld forderte, jedoch nur 100 fl. von Kurfürst Christian I. von Sachsen erhielt. Auf einem Portraitjeton bezeichnete er sich selbst als PICTOR und STATVARIVS. Für eine Wachsstatue „Prudentia“ von Georg Ilsung, Landvogt in Schwaben, ist eine Zahlung von 300 fl. rh. belegt. Auch das Epitaph für seinen Schwiegervater Wenzel Jamnitzer d. Ä. wird ihm zugeschrieben. 1579 kaufte Maler um 1250 fl. das Kopfhaus Obere Schmiedgasse 18, das er 1588 zum gleichen Preis wieder verkaufte. 1599 erwarb er um 1800 fl. das Haus Agnesgasse 12, dessen Wert 1606 auf 2000 fl. geschätzt wurde; dabei wurde Maler als Künstler und Formschneider (hier im Sinne von Eisenschneider) bezeichnet. Er hat es offenbar zu keinem Vermögen gebracht. 1605 schuldete seine Witwe ihrem Schwager Wenzel Maler in Augsburg 1100 fl., zugleich war das Haus in der Agnesgasse mit 1100 fl. belastet. Das Anwesen wurde von der Witwe und den Miterben am 6.11.1609 um 2000 fl. an den Sohn →Christian verkauft. Panzer verzeichnete Malers Portrait.

Werke: Medaillenkatalog s. M. Bernhart, in: MBNG, 1936.

MuS: MÜNCHEN, Staatl. Münzslg. NÜRNBERG, GNM.

Lit.: Thieme-Becker; Rosenberg 3983; Doppelmayr, 1730; Will, Münzbel. Bd. II, S. 137f; Imhoff II, 1782, S. 829; Stockbauer, 1893 Nr. 458; Hampe, Rv.; Habich, Schaumünzen; MBNG 35, 1918; Barock, 1962; G. Kuhr, in: MVGN 61, 1974; Frederick John Stopp: The Emblems of the Altdorf Academy, Medals and Medal Orations 1577-1627, London 1974; Weber, Renaissanceplaketten 1975: Mende, 1983; Jamnitzer, 1985; Mitchiner, 1988; Fischer/Maué, 2000; Tacke, 2001, Goldschmiedekunst, 2007 Nr. 550; Kohn, NHb Sebald; Archiv zur Nbger. GSK im GNM.

Ausst.: 1952/5; 1959/9 Nr. 55 u. 62; 1980/2 Nr. 125; 1994/24.


(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)




Stil: Renaissance

Zeit: 16. Jh.