geb. Nürnberg, 11. Jul 1578
gest. nach Nürnberg, 1636
Sohn des Valentin, Enkel des Wenzel Jamnitzer. ∞ I) 10.11.1610 Anna (begr. 31.1.1622), Witwe des Franz de Bruck; II) 31.6.1622 Maria, Tochter des Sebastian Leibrecht. Die Ausbildung erfolgte wohl durch den Vater. Auf der Wanderschaft kam er bis nach England, wie aus späteren Urkunden hervorgeht. Nach dem Tod seines Vaters 1603 übernahm er dessen Werkstatt, die er im elterlichen Anwesen weiterführte. Im selben Jahr erschienen die ersten von ihm signierten Arbeiten. 1607 ging er nach Wien, wo er mehrere Schaumünzen auf die böhmische Thronfolge des späteren Kaisers Matthias, auf dessen Vermählung und seine Siege über die Türken anfertigte. Nach seiner Rückkehr nach Nürnberg konnte er am 6.11.1609 um 2000 fl. das elterliche Anwesen in der Agnesgasse 12 von seiner Mutter und den Miterben erwerben, das er 1611 um 2100 fl. wieder verkaufte. Um die Jahreswende 1609/10 fertigte er eine Neujahrsmedaille für den Nürnberger Rat. Am 4.3.1611 erbte er 50 fl. von seinem Onkel, dem Goldschmied Hans Straub d. Ä. 1613 erbat er ein kaiserliches Privileg zum Schutz seiner Medaillen vor Nachahmung, was ihm mit Urkunde vom 13.10.1613, ausgestellt in Regensburg, auf zehn Jahre gewährt wurde. 1613 prägte er Münzen für Julius Echter, Bischof von Würzburg, auch fertigte er Münzeisen für andere Städte und Fürsten. Nach der Rathausrechnung von 1619 erhielt er 105 fl. 6 sh. 22 d. für die Visierung und Anfertigung der Prägestöcke für den kleinen geprägten Rathausschilling und die Anfertigung von 50 Stück. Beim Tod seiner Frau 1622 wohnte er am Banersberg (Paniersplatz). Trotz seines Könnens blieb ihm ein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg versagt. 1627 floh er vor seinen Gläubigern nach Wien, wo er bis 1631 erwähnt ist. Seine Bewerbung um eine Stelle bei der Wiener Münze war erfolglos. Anschließend ist er in Norddeutschland nachweisbar, 1636 in Lübeck, danach verliert sich seine Spur. Seine Tochter Anna Maria heiratete am 25.6.1633 den Nürnberger Goldschmied Leonhard Vorchhamer.
Werke: Prämienmedaillen der Akademie bzw. Universität Altdorf, 1610 wohl bis 1626.
MuS: MÜNCHEN, Staatl. Münzslg. NÜRNBERG, GNM.
Lit.: Thieme-Becker; Nagler, Monogr.; Doppelmayr, 1730; Will, Münzbel. Bd. II, S. 140; Neudörfer-Lochner, 1875; Forrer; Hampe, Rv.; Bezold, in: GNM M, 1913; AMP 1914, S. 128; MBNG 35, 1917; Habich, Schaumünzen; Barock, 1962; Jamnitzer, 1985; Mitchiner, 1988; Fischer/Erlanger 2000; Fischer/Maué, 2000; Kohn, NHb Sebald. Ausst.: 1952/5; 1959/9 Nr. 62.
(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)