begr. Nürnberg, 10. Mrz 1635
Sohn des Damian. Bruder des Egidius. ∞ Anna. 1586 wurde er erstmals als Meister genannt. Die erste Zeit arbeitete er mit seinem Bruder Egidius zusammen, mit dem er Rechenpfennige auch gemeinsam signierte. Im Laufe seiner langen Tätigkeit hatte er zweimal Schwierigkeiten mit dem Rat, da er im fremden Auftrag münzähnliche Rechenpfennige prägte. 1610 handelte es sich um spanische, 1616 um französische Prägungen, was ihm 1610 einige Tage Turmhaft einbrachte. Seine Prägungen zeichneten sich durch hohe Qualität aus, wozu sicher auch die lange Zusammenarbeit mit den Medailleuren Christian und Wenzel Maler beigetragen hat. Für den Absatz seiner Rechenpfennige unterhielt er zeitweise Verkaufsgeschäfte in Frankreich und den Niederlanden. 1620 lieferte Krauwinckel eine Münzprägepresse an den Bischof von Eichstätt, 1621 wurde ihm vom Rat die Lieferung einer weiteren Presse an Graf Philipp Ernst von Hohenlohe untersagt. Archivalien belegen, daß sich Krauwinckel auch mit Immobiliengeschäften befaßte. Am 10.12.1593 erwarben die Eheleute das Haus Neue Gasse 37, das sie im selben Jahr für 800 fl. an den Rotschmied Conrad Lösel verkauften. 1606 kauften sie ein weiteres Haus in der Neuen Gasse. 1607 erwarben sie um 2000 fl. ein Haus in der Alten Ledergasse (Eckhaus Tucherstraße 28 mit Hof und langgestrecktem Hinterhaus), das sie 1608 für 2200 fl. wieder verkauften. Am 10.7.1609 kauften sie um 600 fl. das Haus des Veit Kemisch im Taschenthal (Rotschmiedsgasse 7), das sie am 16.12.1609 für 800 fl. an Georg I. Lauffer verkauften. 1617 kauften die Eheleute das Haus Rotschmiedsgasse 7 um 1200 fl. zurück, das er 1630 zum gleichen Preis weiterverkaufte. Zuletzt wohnte er in der Neuen Gasse 4, das Haus verkauften seine Testamentsvollstrecker 1635 um 1150 fl. Georg I. Lauffer war sein Schwager (Ehemann seiner Schwester), womit die Geschäfte Krauwinckels nach dessen Tod auf diese Familie übergingen.
Werke: Verzeichnis von 269 Stücken mit Abb. s. Stalzer, Rechenpfennige, 1989.
MuS: JAMESTOWN/Virginia: Jamestown Rediscovery, Association for the Preservation of Virginia Antiquities: Rechenpfennige. NÜRNBERG, GNM.
Lit.: Thieme-Becker; C. F. Gebert, in: MBNG, 1917; Katalog Slg. Perko im GNM; Mitchiner, 1988; Kohn, NHb Sebald.
Ausst.: 2002/1.
(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)
Zeit: 17. Jh.