Konrad d. Ä.
Groß

Stifter, Patrizier, Großkaufmann

geb. Nürnberg ?, 1280

gest. Bamberg, 10. Mai 1356

gen. der Reiche,

* um 1280 Nürnberg? – † 10. 5. 1356 Bamberg, 

begr. in einem Hochgrab im Chor der von ihm gestifteten Heilig-Geist-Kirche in Nürnberg, nach deren Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es in der Halle am Ende des Spitalhofs aufgestellt. Sohn des Heinrich, gen. der Reiche. ∞ Agnes († 1342), vermutlich geb. Haller, vier Söhne, zwei Töchter. 1319 und 1332-56 als Mitglied des Kleinen Rats nachweisbar. Vom 21.1.1320 bis 2.8.1329 Pfleger des Katharinenklosters. Groß galt als einer der reichsten Männer des Reiches. 1333 gewährte er Kaiser Ludwig dem Bayern ein großzügiges Darlehen, wofür ihm dieser ein Drittel der Judensteuer übertrug, die ihm von würzburgischen Landstädten zustand. Aus tiefer religiöser Überzeugung stiftete er mit Urkunde vom 27.9.1331 das Heilig-Geist-Spital; verbunden damit war eine Schule für zwölf arme Chorschüler. Der dazugehörigen Kirche stiftete er im Jahre 1345 vier kostbare Kreuze, eine silberne Monstranz, zwei silberne Büchsen, zwei silberbeschlagene Kristallreliquiare, sechs z.T. vergoldete Reliquienbüsten, zehn Kelche und kostbare Meßgewänder. Er förderte auch die Gründung des Zisterzienserinnenklosters Himmelthron in Gründlach durch Kunigunde von Orlamünde sowie zusammen mit Kaiser Ludwig dem Bayern die Einsiedelei Pillenreuth. 1339 löste Groß um 6000 Pfund Haller das vom Kaiser den Nürnberger Burggrafen verpfändete Amt des Reichsschultheißen samt Zoll und Münzrecht aus, das der Kaiser dann auf Groß übertrug und das er bis zu seinem Tod verwaltete und sogar seinen Söhnen vererben konnte. Dazu gehörte auch der Bann in Nürnberg. Der Handwerkeraufstand 1348, in dessen Verlauf er nach Bamberg floh, unterbrach seine Tätigkeit, doch wurde ihm das Schultheißenamt am 3.10.1349 durch Karl IV. bestätigt, und bereits am folgenden Tag ist er wieder als amtierender Schultheiß nachweisbar. Groß besaß den späteren Plobenhof in unmittelbarer Nähe des Heilig-Geist-Spitals (Hauptmarkt 2), ferner eine große Hofanlage mit Garten zwischen dem Hans-Sachs-Platz und dem Binsengäßchen, wo er wohnte. Panzer verzeichnete sein Portrait. Sein von Friedrich Wilhelm Wanderer gemaltes Bildnis befindet sich im Besitz der MStN. Die Großstraße in Nürnberg wurde nach ihm benannt. Sein Denkmal befindet sich seit 1967 am Hauseck der Spitalapotheke.

Lit.: NDB; Will, Münzbel. Bd. II, S. 345f.; Roth, 1802; GNM M, 1887/89; Lebensbilder Franken 2; MVGN 39, 1944; Georg Löhlein, in: MVGN 52, 1963/64; Kohlhaussen, 1968; Mende, Rathaus 1979; Diefenbacher, 1989; Masa, Freiplastiken, S. 69, 72; Stadtlexikon 2000; Kohn, NHb Sebald.

Ausst.: 1989/6.


(zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb)


Zeit: 14. Jh.

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