Anselm
Feuerbach

Maler

geb. Speyer, 12. Sep 1829

begr. Nürnberg, 12. Jan 1880

gest. am 04.01.1880 in Venedig

Sohn des Johann Anselm, Philologe und Archäologe;Neffe des Ludwig Feuerbach, Philosoph. 1843 erster Zeichenunterricht beim Anatomiezeichner der Universität Freiburg.

Ab April 1845 Studium der Malerei an der Akademie Düsseldorf unter Wilhelm von Schadow, 1848 in München, 1849 im Atelier bei Karl Rahl tätig. 1850 in Antwerpen, 1851 in Paris, wo er im Louvre die alten Meister studierte. Bei einem zweiten Parisaufenthalt zw. Nov. 1852 und Mai 1853 arbeitete er im Atelier des Thomas Couture. Bei einem Besuch im Sommer 1853 bei seiner Stiefmutter Henriette Heidenreich (1812-92) in Heidelberg erhielt er durch deren Vermittlung mehrere Bildnisaufträge.

1855 Stipendium des Prinzregenten Friedrich von Baden für eine Italienreise nach Venedig, die er zusammen mit Victor von Scheffel antrat. Er verlängerte seinen Italienaufenthalt und reiste über Padua und Bologna nach Florenz. Am 1.10.1856 erreichte er Rom, wo er 1857 ein eigenes Atelier im Palais Costa einrichtete. In Rom lernte er den Photographen und Lithographen Julius Allgeyer kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband und der später auch Feuerbachs Biographie schrieb. Er wurde Mitglied im Deutschen Künstlerverein.

1860 vergeblicher Versuch, in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Ab Ende 1862 Unterstützung durch seinen Gönner Adolf Friedrich Graf von Schack, der insgesamt zwölf Gemälde von Feuerbach erwarb; im Dezember 1868 endete die Beziehung.

1867 bezog Feuerbach ein großes Atelier in der Via S. Nicola da Tolentino. Er blieb bis 1873 in Rom, unterbrochen von Studienreisen und Aufenthalten bei der Stiefmutter in Heidelberg.

1872/73 Professor an der Wiener Akademie der Künste als Vorstand und Leiter der Meisterklasse für Historienmalerei, welches Amt er 1876 aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgab, im selben Jahr Übersiedlung nach Venedig.

Am 1.7.1876 zog seine Stiefmutter Henriette nach Nürnberg, wo sie 1878 am Spittlertorgraben 17, und 1881 am Spittlertorgraben 33 wohnte. Bis zu seinem Tod verbrachte Feuerbach jährlich mehrere Sommermonate in Nürnberg. Die Nürnberger Handelskammer beauftragte ihn mit dem Wandbild für ihren Sitzungssaal im neuerbauten Justizpalast „Kaiser Ludwig der Bayer erteilt Nürnberger Bürgern Privilegien“, das er 1878 vollendete. König Ludwig II. verlieh ihm für das Bild das Ritterkreuz I. Kl. Aus Nürnberg erhielt Feuerbach als zweiten Auftrag 1878 das Historienbild „Der Einzug Kaiser Maximilians I. in Nürnberg“ (nicht erhalten). Er war Mitglied der Künstlerklause und des Künstlervereins. Der Bayerische Staat kaufte einen Teil seines Nachlasses.

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zitiert aus dem Nürnberger Künstlerlexikon, Herausgegeben von Manfred H. Grieb


Zeit: 19. Jh.