Christian Ludwig
Kaulitz

Zeichner, Kartograph

geb. Berlin, 1693

gest. Nürnberg, 01. Mai 1744

In Berlin geboren, verbrachte er dort seine ersten Jahre. Bei seinem Vater, der zuletzt als Brunnenmacher in Charlottenburg tätig war, erhielt er Unterricht in mathematischen Wissenschaften und sicherlich auch seine erste zeichnerische Ausbildung. Nach dem frühen Tod des Vaters war die wirtschaftliche Situation seiner Familie und somit seine weitere Entwicklung durch Mangel und Nöte gefährdet. Er verübte einige kleine Diebstähle und wurde von seiner Verwandtschaft in seinem 17ten Jahr in ein Erziehungsheim gesteckt aus dem er nach einem halben Jahr entfloh. Es beginnt seine Wanderschaft welche ihn durch Schlesien, Böhmen, Mähren, Ungarn, Österreich und Polen führte. Er nutzte seine künstlerischen Talente und Fähigkeiten um an Geld zu gelangen. Immer wieder gelang es ihm mit gefälschten Dokumenten und Empfehlungsschreiben Geldspenden in Klöstern zu erbeuten. Bis 1721 seine Betrugsserie in Gräfenberg bei Nürnberg aufflog. Er kam nach der Untersuchungshaft im Nürnberger Lochgefängnis in das Turmgefängnis auf dem Luginsland. Ab 1731 war er die Jahre bis zu seinem Tode 1744 auf dem Männereisen auf der Insel Schütt. Während seiner Haftzeit in Nürnberg arbeitet er als „geheimster“ Schreiber und Kopist für die Stadt, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei handelte es sich meist um Kopien älterer Karten. Zusätzlich konnte er durch private Aufträge seine Versorgung im Gefängnis verbessern. Die von ihm erhaltenen Quodlibets belegen wie ein „Musterblatt“ seine Meisterschaft und breiten sein ganzes künstlerisches Können vor uns aus.

Theo Noll



Stil: Barock